Der Werkzeugkasten für's Internet-Marketing

Jeder, der dem handwerklichen Aspekt nicht zugetan ist, kennt das Gefühl beim Blick in den Werkzeugkasten — wenn etwas repariert werden muss, aber man nicht weiß, welches Werkzeug das richtige ist, so ist das frustrierend.

Jeder, der dem handwerklichen Aspekt nicht zugetan ist, kennt das Gefühl beim Blick in den Werkzeugkasten — wenn etwas repariert werden muss, aber man nicht weiß, welches Werkzeug das richtige ist, so ist das frustrierend.

Das gleiche Problem existiert beim Onlinehandel, wenn man sich die diversen Helfer für Marketingmethoden im Internet einmal anschaut. Aber es ist wie mit jedem anderen Werkzeug — jedes hat seine spezifische Aufgabe. Und trotz Expertenmeinungen gibt es nicht die eine Webmarketing-Taktik, die für jeden Anwender in jeder Situation die richtige ist. Nachfolgend finden Sie nun einen kleinen Leitfaden, um Ihnen die Wahl des für Sie passenden Werkzeugs für Ihr Internet-Marketing zu erleichtern.

Suchmaschinenoptimierung

Wann Sie es nutzen sollten:

  • Wenn Sie Zeit haben und auf Ergebnisse warten können,
  • Wenn mögliche Kundern bereits nach den Produkten oder Dienstleistungen suchen, die Sie anbieten.
  • Wenn Sie einen lokalen Markt bedienen. (Der Konkurrenzkampf ist geringer)

Wann Sie es NICHT nutzen sollten:

  • Wenn Sie rasch Ergebnisse sehen wollen.
  • Wenn mögliche Kunden noch nicht wissen, dass sie Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung benötigen. (Bei sehr innovativen
  • Produkten mit kaum vorhandener Konkurrenzsituation ist SEO suboptimal, da niemand nach diesen Produkten sucht)

Pay-per-Click

Wann Sie es nutzen sollten:

  • Wenn Sie einen schnellen Anstieg Ihrer Klickzahlen möchten.
  • Wenn Sie austesten, welche Schlüsselwörter bei Suchmaschinen am erfolgversprechensten sind. 
  • In Kombination mit der Suchmaschinenoptimierung. (Studien belegen, die Benutzung von beiden erzeugt einen synergetischen Effekt)

Wann Sie es NICHT nutzen sollten:

  • Wenn Sie in einem starken Wettbewerb mit anderen stehen. (Die Preise für Gebote sind hoch, das Risiko einem Betrug aufzusitzen noch höher)
  • Wenn Sie Kunden schon früh im Kaufprozess einfangen wollen. (Mögliche Kunden, die auf der Suche nach etwas sind, klicken eher nicht auf einen Werbelink, da sie eher nach weiteren Informationen suchen)

Social-Media-Marketing

Wann Sie es nutzen sollten:

  • Wenn Sie generell daran Interesse haben, einen Nutzen an Ihre Kunden weiterzugeben und nicht nur News 'raushauen' möchten.
  • Wenn Kunden sich bereits über Ihre Produkte oder Dienstleistung in Social-Media-Netzwerken austauschen.
  • Wenn Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung wirklich ein Knaller sind. (Manche Produkte, auch wenn sie nützlich sind, sind es kaum wert, dass man über sie spricht — wenn wir ehrlich sind)

Wann Sie es NICHT nutzen sollten:

  • Wenn Ihre Produkte langweilig sind. (Daran ist grundsätzlich nichts falsch, aber man spricht doch eher selten darüber bei Twitter oder Facebook)
  • Wenn sie ein Control-Freak für Marken sind. (Man benötigt eine gewisse Offenheit, wenn man Social Media nutzen möchte. Wenn Sie keine Diskussionen über Ihre Marken oder Produkte lesen möchten, dann ist Social-Media-Markting eher nichts für Sie)

eMail-Marketing

Wann Sie es nutzen sollten:

  • Wenn Zurückhaltung Ihr Ziel ist. Denn eMail-Marekting ist »Erlaubnis-Marketing« von Grund auf. Deswegen funktioniert es am besten mit bereits existierenden Kunden.
  • Wenn Sie eMail-Marketing kostenreduzierend gegenüber Print-Marketing per Postversand einsetzen möchten. (Meistens wird dem eMail-Marketing ein deutlich besser ROI (Return-On-Investment) zugeschrieben als dem traditionellen Printmarketing)

Wann Sie es NICHT nutzen sollten:

  • Wenn Sie neue Kunden gewinnen wollen. (eMails sind ein furchtbarer Weg der Neukundenakquise, da Sie im Normalfall Listen mit eMail-Adressen mieten oder kaufen müssen).

A/B-Tests und Conversion-Optimierung

Wann Sie es nutzen sollten:

  • Wenn Marketing- oder Design-Mitarbeiter sich nicht im Klaren sind, welche Version einer Website oder eines Onlineshopdesigns die beste ist. (A/B-Tests ist hier der ultimative Entzerrer)
  • Wenn Sie die nötigen Ressourcen haben: Mehrfache Varianten einer Webseite oder eMail vervielfachen den Arbeitsaufwand des Designers. (Bedenken Sie auch diese Kosten)


Wann Sie es NICHT nutzen sollten:

  • Wenn Ihr Onlineshop kaum Klicks erhält. (Sie versuchen alles Mögliche für fünf Besucher im Monat. Fokussieren Sie sich auf die entscheidende Masse)
  • Wenn Sie sich zu sehr an Kleinigkeiten aufhängen. (Amazon testete bspw. verschiedene Farben für die verwendeten Buttons, aber bis Sie nicht Millionen an täglichen Besuchern auf Ihrer Webseite haben, ist hier jedes Ergebnis eher irrelevant)


Die erwähnten Taktiken sind sicher nicht vollständig, jedoch sind es die womöglich am meisten verbreiteten (und missbrauchten) Methoden im modernen Internet-Marketing. Wie wareb Ihre Erfahrungen bisher? Haben Ihnen einige dieser Werkzeuge bereits geholfen oder auch nicht geholfen?